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ZEIS Verlag e. K.

Frankfurt am Main     

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Amtsger.: Frankfurt a.M.   Reg.-Nr.:  HRA 49701  

 

 

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► Pressemeldung

Pressemeldung: Wie sich im Internet unliebsame Bücher sabotieren lassen

 Und warum ein Buch-Verlag nie die Suchergebnisse des US-Konzerns „google“ kritisieren sollte

Wer in die Suchmaske der Webseiten www.google.de oder www.google.com den Titel des vom Frankfurter ZEIS Verlag herausgegebenen Buches "Die verdrängten Gesetze der belebten Natur" eingibt, erhält seit mehreren Monaten (Stand 08.08.2018 12:00 Uhr) als oberstes Suchergebnis die folgende Überschrift: „Die verdrängten Gesetze der belebten Natur -- Kopp Verlag“. Der ZEIS Verlag sieht darin eine grundsätzliche Irreführung, zumal die Überschrift des ersten Suchergebnisses auch die meiste Beachtung der Nutzer findet. Vor allem aber ergibt sich ein ganz spezielles Problem: Der „Kopp Verlag“ hat einen medialen Ruf, der etwa laut Wikipedia darin besteht, unter anderem auf Esoterik und Verschwörungstheorien spezialisiert zu sein. Ob dieser Ruf gerechtfertigt ist, sei hier dahingestellt. Das Angebot des ZEIS Verlages jedenfalls wird von empirisch-naturwissenschaftlichen Fachpublikationen sowie einem kleinen Programm aus kritischen Sachbüchern rund um das Thema Landwirtschaft bestimmt. Die Ausführung des Suchergebnisses ist insofern zweifellos schädlich.

Soweit es nun auf den ersten Blick so aussehen mag als sei hier der „Kopp Verlag“ der "Schuldige", so ergibt die genauere Betrachtung ein differenziertes Bild. Der „Kopp Verlag“ betreibt neben seinem eigenen Verlagsprogramm einen Buchshop, in dem auch ein Großteil der Besteller von bekannten Sachbuchautoren wie etwa Peter Wohlleben oder Richard David Precht angeboten werden. Auf der Internetpräsenz dieses Shops wird nicht behauptet, dass der jeweilige Buchtitel vom Kopp Verlag herausgegeben wird, sondern es ist erkennbar, dass es eben um eine reine Handelsplattform geht. Die Daten stammen wie bei allen Online-Buchhändlern vor allem aus dem "Verzeichnis lieferbarer Bücher" (VLB) und die Bücher werden bei eingehenden Bestellungen über den Großhandel bezogen. Auch die irreführende Aussage über das Buch des ZEIS Verlages befindet sich also nicht auf der Oberfläche der Webseite des „Kopp Verlages“, sondern sie taucht erst auf jener der Firma „google“ auf, wenn der Titel in die Suchmaske eingegeben wird. Dies kommt dadurch zustande, dass „google“  Überschriften aus den sogenannten "Seitentiteln" produziert. Bei diesen handelt es sich um Metadaten, die vom Webmaster für die Homepage und die Unterseiten festgelegt werden. Nun mag es ein zweifelhaftes Vorgehen sein, die Metadaten einer Webseite so zu gestalten, dass dann in Suchmaschinen eine irreführende Überschrift produziert wird. Eine Rechtsauskunft des ZEIS Verlages ergab allerdings, dass der „Kopp Verlag“ sich dadurch nicht rechtswidrig verhalte. Dies zumal die Veröffentlichung der irreführenden Überschrift ja nicht auf seiner Webseite erfolgt, sondern auf jener der Firma „google“.

Also hat sich der ZEIS Verlag schon vor einigen Monaten eben an die Firma „google“ gewendet. Da für solche Fälle keine Hotline oder Kontaktdaten zu Ansprechpartnern zu finden waren, blieb als einzige erkennbare Möglichkeit die Beantragung der Entfernung des Suchergebnisses auf Grund einer Urheberrechtsverletzung. Hierfür besteht es ein festgelegtes Prozedere mit einer Eingabemaske. Entsprechend der vorangegangenen Rechtsauskunft wurde in der Meldung die „Ausführung des Suchergebnisses“ und somit die Firma „google“ selbst quasi als „Schuldiger“ benannt. Die erste Reaktion bestand in einer Email mit der Endung „Ihr google-Team“, in der es heißt, dass die betreffende Aussage nicht auf der Unterseite des „Kopp-Verlages“ zu finden sei – was der ZEIS Verlag ja schon wusste. Im Laufe der folgenden zwei Monate wurde dann noch mehrmals versucht, dem „google Team“ zu erklären, dass ihre Firma hier die irreführende Veröffentlichung tätigt und dadurch Schaden entsteht. Allerdings kam entweder keine Antwort, oder aber eine immer gleiche Standart-Email, in der kundgetan wurde, dass „google derzeit keine Maßnahmen ergreifen“ werde. Und die irreführende Überschrift stieg in dieser Zeit sogar noch weiter und landete schließlich in der Liste der Suchergebnisse stabil auf Platz 1. 

Jetzt wendete sich der ZEIS Verlag ratsuchend an eine der vielen Firmen, die auf die Optimierung von Google-Suchergebnissen spezialisiert sind. Dem dortigen Mitarbeiter fiel sogleich auf, dass auch die Unterseiten der anderen Bücher im Shop des „Kopp Verlages“ die gleiche Gestaltung der Seitentitel aufweisen. Also gibt es auch Suchergebnisse der bekannten Bestseller von Wohlleben oder Precht, in deren Überschrift nach dem Buchtitel die Benennung „-- Kopp Verlag“ erscheint. Allerdings finden sich diese Ergebnisse soweit im hinteren Feld der Liste, dass sie faktisch nicht mehr relevant sind. Die Besonderheit im vorliegenden Fall bestehe also in der stabilen Platzierung an der ersten Stelle der Suchergebnisse. Wahrscheinlichste Ursache hierfür sei eine gezielte Beeinflussung des Suchergebnisses durch Dritte, wofür es in den Tiefen des Internets zahlreiche Anbieter und Möglichkeiten gebe. Wer zum Beispiel einen unliebsamen Konkurrenten schaden möchte, der kann mit geringem Geldeinsatz eine indische oder ukrainische Firma damit beauftragen, eine für diesen nachteilige Webseite in den google-Suchergebnissen weiter nach oben zu bringen. Die einfachsten Wege hierzu sind etwa das Setzen von „guten“ Links oder aber auch ganz schlicht das massenhafte Anklicken der jeweiligen Suchergebnisse.

Nun besteht die empirisch belegte These des betreffenden Buches des ZEIS-Verlages darin, dass die zivilisatorische Landwirtschaft grundsätzlich gegen natürliche Gesetzmäßigkeiten verläuft und somit eine Perversion darstellt. Auch wird die Intensivlandwirtschaft als Ende einer evolutionären Sackgasse beschrieben und es werden Namen von Firmen genannt. Die potentielle Bandbreite derjenigen, die hier gegebenenfalls aktiv wurden, ist dementsprechend groß. Sie reicht vom beleidigten Konsumenten bis zu Konzernen. Ob es möglich sein wird, die Urheber der mutmaßlichen Manipulation ausfindig zu machen, lässt ich derzeit noch nicht sagen. Ein entsprechender Auftrag wurde erteilt. Abgesehen davon erklärte der kontaktierte Experte aber auch, dass der ZEIS-Verlag selbst einen großen Fehler gemacht habe: Nämlich dadurch, dass er in der in der Meldung der Urheberrechtsverletzung die Firma „google“ angegriffen hat. Diese besitze faktisch monopolartige Macht, wenn es um die Sortierung von Informationen und somit der Gestaltung der schriftlichen Realität im Internet gehe.

Nach der Meldung wäre es für „google“ sehr leicht gewesen, das irreführende Suchergebnis herabzustufen und genau das passiere auch häufig. Wenn man es sich allerdings „verscherze“, dann könne die Firma auch anders – die Möglichkeiten hierzu seien praktisch unbegrenzt. Allen eigenen Kunden werde deswegen schon seit Jahren empfohlen, sich niemals kritisch gegenüber „google“ zu äußern und sich bei auftretenden Problemen in der direkten Kommunikation betont „unterwürfig“ zu verhalten. Größere Unternehmen und höhere politische Ebenen sämtlicher Ausrichtungen wüssten dies und hielten sich daran. Auch vermeintlich kritische Internetexperten in großen Medien wie zum Beispiel „Spiegel Online“ würden sich, wenn überhaupt, nur selten kritisch über „google“ äußern, und wenn doch, dann nähmen sie nicht die Suchfunktion als Kerngeschäft des US-Konzerns ins Visier.

Nach Ansicht des ZEIS-Verlages lässt sich an diesem Beispiel erkennen, dass das Internet keineswegs die Plattform zur freien Verbreitung von Informationen ist, für die es weithin gehalten wird. Sondern es bestehen hier zahlreiche Möglichkeiten zur Manipulation, zur Informationsmonopolisierung, sowie zur Sabotage unliebsamer Informationen durch Dritte, die es vor dem Internet-Zeitalter gar nicht gegeben hatte.

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